Bandscheibenvorfall von Ingrid Lausundt

Die Profilierungsscharmützel wechseln sich mit zarten Momenten vorsichtiger Annäherung ab und auch spontane Glücksschübe müssen heil überstanden werden.

Die Sehnsucht nach Solidarität ist mit den Händen zu greifen. Aber im Karrierekampf kann man sich keine Sentimentalitäten erlauben.

Das Kieler Thalamus Theater hat bereits 2004 mit einer Inszenierung von Lausunds „Hysterikon“ das Publikum begeistert. Mit „Bandscheibenvorfall“ zeigt es nun seine Version des Erfolgsstücks der Autorin, das am Hamburger Schauspielhaus ein wahrer Dauerbrenner und „echt Kult“ war.

Ingrid Lausund muss die erbarmungslosen und gleichzeitig erbarmungswürdigen Kämpfer nur ein wenig überzeichnen, um die ganze Absurdität ihrer Situation zu zeigen. Die rührenden Versuche der fünf Protagonisten, trotz der unvermeidlichen Haltungsschäden doch noch einen aufrechten Gang zu bewahren, dürften uns bekannt vorkommen.

Das Publikum erwartet eine wunderbare Farce, die auch noch dem Bitterbösen die komischsten Seiten abgewinnt.

Die Kieler Nachrichten schrieben am 28.01.08:

„Regisseur Karl Elbl führte sein Ensemble mit angenehmer Dezenz und ohne blöden Klamauk von Scharmützel zu Scharmützel und verliert bei aller bösen Komik nie den tragischen Unterton aus dem Blick.“
Dreier
 
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